Warum brauche ich einen Anwalt?Was erwartet mich beim Anwalt?Ich habe eine Rechtschutzversicherung



Landwirtschaftliches Erbrecht

Vor allem dann, wenn der Inhaber eines landwirtschaftlichen Betriebes verstirbt, ohne seinen Nachfolger bestimmt zu haben, sollten Sie dringlich anwaltliche Hilfe in Anspruch nehmen.

Auch in Baden-Württemberg kann ein Miterbe, wenn kraft gesetzlicher Erbfolge eine Erbengemeinschaft entstanden ist und ein landwirtschaftlicher Betrieb zum Nachlass gehört, beim zuständigen Landwirtschaftsgericht (Amtsgericht) die so genannte ungeteilte Zuweisung des Betriebes beantragen. Auch hier kann also ein Mitglied einer Erbengemeinschaft eine alleinige Berechtigung an dem Nachlassgegenstand \\\"landwirtschaftlicher Betrieb\\\" geltend machen. Ein solcher Antrag wird immer dann erfolgreich sein, wenn der landwirtschaftliche Betrieb dem einen Miterben \\\"nach dem wirklichen oder mutmaßlichen Willen des Erblassers\\\" zugedacht war. Dieser Wille ist in einem gerichtlichen Verfahren durch entsprechende Indizien, die durch Zeugenaussagen oder Urkunden zu untermauern ist, zu belegen.

Im Falle der Zuweisung durch das Landwirtschaftsgericht müssen natürlich die weichenden Erben entschädigt werden. Hier ist für die Miterben statt ihres Erbteils unter anderem ein Abfindungsanspruch in Geld vorgesehen, der sich am Ertrags- und nicht am Verkehrswert des Betriebes orientiert. Veräußert der Übernehmer den Hof binnen fünfzehn Jahren nach Rechtskraft der Entscheidung des Landwirtschaftsgerichts, so haben die Miterben unter Umständen einen weiteren sog. Nachabfindungsanspruch

Viele Menschen denken wenn überhaupt nur daran, die Vermögensaufteilung nach dem Tod rechtzeitig zu klären. Doch es gibt noch mehr Dinge, für die man frühzeitige Regelungen treffen sollte. Um Vermögenswerte für die Familie zu sichern, lohnt es sich, bereits zu Lebzeiten Regelungen für eine Vermögensübertragung zu treffen. Vorsorge sollte auch dahingehend getroffen werden, wer das Vermögen für den Fall betreuen sollte, dass man selbst aufgrund des Alters oder einer Krankheit hierzu nicht mehr in der Lage ist. Eine unterbliebene Vorsorge kann dazu führen, dass z. B. Angehörige, die Ihnen am Herzen liegen, in Streit geraten oder durch falsche Nachlassplanung unnötig steuerlich belastet werden.
Um dies zu verhindern, bilden die Gestaltung und Prüfung von Testamenten und Verfügungen zu Lebzeiten wie z. B. Übergabeverträge -auch im Bereich der Unternehmensnachfolge bei landwirtschaftlichen Betrieben- einen Tätigkeitsschwerpunkt in unserer Kanzlei.

Gerne vertreten wir Sie auch bei einvernehmlichen Erbauseinandersetzungen und bei der gerichtlichen Durchsetzung von Erb- und Pflichtteilsansprüchen. Wir stehen Ihnen bei der Gestaltung von Patienten-, Vorsorge- und Betreuungsverfügungen zur Seite.

Die Erben haften für die Verbindlichkeiten des Erblassers. Aus diesem Grunde ist den Erben die Möglichkeit eingeräumt, die Erbschaft auszuschlagen. Da die Ausschlagungsfrist regelmäßig nur 6 Wochen beträgt, sollten Sie umgehend nach dem Erbfall anwaltlichen Rat suchen. Wir beraten Sie dann, ob eine Ausschlagung sinnvoll ist oder ob Möglichkeiten bestehen, ihre Haftung für Nachlassverbindlichkeiten zu begrenzen und Ihnen die Vorteile der Erbschaft zu erhalten.